Das Vorsorgemodell Riesterrente verzeichnet rückgängige Abschlusszahlen
Bereits seit drei Jahren sind die Abschlusszahlen von fondgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen in Deutschland rückläufig, obwohl den Bundesbürgern eigentlich daran gelegen sein müsste wegen der Ungewissheit der staatlichen Rente, private Altersvorsorge in Form der Riester Rente zu betreiben.
Welche Vorsorgepläne sind interessant?
Vor allen Dingen fondgebundene Basisrenten und die Riester Rente stoßen schon seit längerem auf wenig Interesse. Dies liegt zu einem erheblichen Teil an den Auswirkungen der Finanzmarktkrise, der Bürger ist unsicher geworden, ob er eine Riester Rente abschließen sollte oder nicht, aus Angst, sein Geld zu verlieren. Dies gilt vor allen Dingen für den Abschluss einer Riester Rente mit monatlichem Versicherungsbeitrag, der Absatz fondbasierter Rentenversicherungen mit einem Einmalbetrag entwickelte sich dagegen durchaus positiv, er stieg nämlich 2010 um 35% an. Das Entrichten monatlicher Beiträge jedoch ist im Zuge wachsender Arbeitslosigkeit ( hierzu muss man auch 1EUR Jobs und Arbeitsabrufverträge zählen, die heute üblich sind) eine unsichere Sache geworden, und so lässt sich der Negativtrend der Riesterrente gegen monatliche Beiträge erklären. 30% Verlust gab es bei dem Abschluss der Riesterrente bereits im Vorjahr, in diesem Jahr sind weitere 19% dazugekommen. Allerdings stieg der Verkauf von nicht fondgebundenen Riester Verträgen um 3%, was die Verunsicherung des Bürgers widerspiegelt, der lieber auf Nummer sicher geht und eine Riesterrente im klassischen Modus abschließt. Jeder zweite verkaufte Riester Vertrag war im Jahre 2010 noch eine fondgebundene Police, was schon ein Rückgang gegenüber 2009 war, als es noch 54% fondgebundene Riester Verträge gab. 2008 waren es sogar noch 61%. Riester-Verträge, die fondgebunden waren, hatten an der Gesamtheit fondgebundener Verträge einen Anteil von 24%. Dieser Anteil ist seit dem Jahr 2004 kontinuierlich angestiegen, doch nun sinkt er plötzlich.
Welche anderen Gründe könnten verantwortlich sein?
Eine weitere Erklärung wäre auch, dass geburtenschwache Jahre in die neuen Verträge rutschen. Weniger potentielle Neukunden der Verträge erzielen automatisch weniger neue Abschlüsse. Zudem die Welle der Riester- Euphorie in den letzten Jahren abflacht, da die bereits “versorgten” Kunden nicht mehr relevant für die Statistik der neuen Verträge sind.